Der Urlaub steht vor der Tür, aber du fährst neuerdings ein Elektroauto und bist unsicher, ob eine lange Reise damit entspannt möglich ist?

    Die Sorge vor der vermeintlich begrenzten Reichweite und der Ladeplanung hält viele E-Auto-Neulinge von weiten Strecken ab. Doch mit ein wenig Vorbereitung wird der Urlaub mit dem E-Auto zu einem komfortablen und oft sogar kostengünstigeren Erlebnis.

    Dieser Ratgeber gibt dir praktische Tipps für deine erste große Reise mit dem Elektroauto. Wir erklären, wie du deine Route und Ladestopps optimal planst, welche Ladekarten und Apps du brauchst, wie du im Ausland lädst und wie du durch deine Fahrweise die Reichweite maximierst. So kommst du entspannt und ohne Reichweiten-Stress ans Ziel.

    Das Wichtigste in Kürze:

    • Eine gute Routenplanung mit Ladestopps ist entscheidend für eine entspannte Reise.
    • Nutze Lade-Apps oder das Navi deines E-Autos, um Ladestationen entlang der Strecke zu finden.
    • Packe die richtigen Ladekarten und Adapter für das Ausland ein.
    • Plane eher kürzere Lade-Etappen (z.B. von 20 % auf 80 % laden) an Schnellladern.

    1. Die Routenplanung: Der Schlüssel zur Entspannung

    Anders als beim Verbrenner kannst du nicht einfach losfahren und bei Bedarf die nächste Tankstelle ansteuern. Eine gute Planung der Ladestopps ist unerlässlich. Moderne E-Autos haben oft ein integriertes Navigationssystem, das Ladestopps automatisch in die Route einplant und dabei den aktuellen Akkustand und die Verfügbarkeit von Ladesäulen berücksichtigt.

    Mit guter Ladeplanung wird der Urlaub mit dem E-Auto entspannt und stressfrei.

    Alternativ gibt es hervorragende Apps und Webseiten:

    • A Better Routeplanner (ABRP): Gilt als eines der besten Tools. Berücksichtigt Fahrzeugmodell, Außentemperatur, Beladung und gewünschten Akkustand am Ziel und bei Ladestopps.
    • ChargeMap, Plugsurfing, EnBW mobility+: Apps, die nicht nur planen, sondern auch eine große Anzahl von Ladestationen verschiedener Anbieter anzeigen und oft die Bezahlung ermöglichen.

    Tipp

    Plane Puffer ein: Verlasse dich nicht nur auf eine einzige Ladesäule am geplanten Stopp. Plane immer eine oder zwei Alternativen in der Nähe ein, falls die Säule besetzt oder defekt ist.

    2. Richtig Laden unterwegs: Schnell, aber nicht zu voll

    Auf Langstrecken sind Schnellladestationen (DC-Lader) entlang der Autobahnen deine wichtigsten Anlaufpunkte. Sie laden den Akku in kurzer Zeit (oft 20-40 Minuten für 80 % Ladung).

    Schnellladen unterwegs: Besser öfter bis 80 % laden statt den Akku vollständig zu füllen – spart Zeit und schont die Batterie.

    Die 80-%-Regel

    Lade den Akku an Schnellladern idealerweise nur bis ca. 80 %. Die letzten 20 % dauern unverhältnismäßig lange, da die Ladeleistung zum Schutz des Akkus stark reduziert wird. Es ist meist schneller, einen zusätzlichen, kürzeren Ladestopp einzulegen, als den Akku auf 100 % zu “zwingen”.

    Ladeleistung beachten

    Informiere dich, welche maximale DC-Ladeleistung dein Auto unterstützt und wähle entsprechend leistungsfähige Ladesäulen (HPC – High Power Charger mit 150 kW oder mehr), um die Ladezeit zu minimieren.

    3. Ladekarten & Apps: Bezahlen in Europa

    Mit den richtigen Ladekarten und Apps behältst du auch im Ausland den Überblick und kannst problemlos laden.

    Das Lade- und Bezahlsystem in Europa ist leider noch nicht vereinheitlicht. Du benötigst oft verschiedene Ladekarten oder Apps, um an den Säulen unterschiedlicher Anbieter laden zu können.

    • Roaming-Anbieter: Dienste wie Plugsurfing, EnBW mobility+ oder Shell Recharge bieten Zugang zu einem großen Netzwerk verschiedener Ladesäulenbetreiber mit einer einzigen Karte/App. Das ist bequem, aber die Preise können variieren.
    • Anbieter-eigene Karten/Apps: Oft günstiger, wenn du häufig an den Säulen eines bestimmten Anbieters (z.B. Ionity, Smatrics, Tesla Supercharger) lädst.
    • Ad-hoc-Laden: An vielen Säulen kannst du auch spontan per Kreditkarte oder QR-Code/App ohne Registrierung laden, dies ist aber meist die teuerste Option.

    Tipp

    Besorge dir vor der Reise 1-2 Karten von großen Roaming-Anbietern und informiere dich über die Abdeckung entlang deiner Route.

    4. Laden im Ausland: Adapter und Besonderheiten

    Innerhalb der EU ist der Typ-2-Stecker für das AC-Laden (langsameres Laden, z.B. über Nacht am Hotel) und der CCS-Stecker für das DC-Schnellladen Standard. Du brauchst also in der Regel keine Adapter.

    In der EU meist kein Adapter nötig – informiere dich aber über lokale Lade-Apps und Preise im Zielland.

    Informiere dich aber über die Ladekarten-Akzeptanz im Zielland und lade dir eventuell lokale Lade-Apps herunter. Beachte auch eventuell unterschiedliche Strompreise.

    5. Reichweite maximieren: Tipps für eine effiziente Fahrweise

    Deine Fahrweise hat einen großen Einfluss auf die tatsächliche Reichweite deines E-Autos.

    • Vorausschauend fahren: Gleichmäßiges Tempo, unnötiges Beschleunigen und Bremsen vermeiden. Nutze die Rekuperation (Energierückgewinnung beim Bremsen/Ausrollen).
    • Geschwindigkeit reduzieren: Besonders auf der Autobahn steigt der Verbrauch bei hohem Tempo exponentiell an. 110-120 km/h sind oft ein guter Kompromiss aus Reisegeschwindigkeit und Effizienz.
    • Heizung/Klimaanlage bewusst nutzen: Sie sind große Verbraucher. Nutze Sitz- und Lenkradheizung (effizienter als die Innenraumheizung) und kühle/heize das Auto idealerweise während des Ladevorgangs vor.
    • Reifendruck prüfen: Zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und kostet Reichweite.

    Tipp

    Prüfe vorab die Ladeoptionen am Zielort: Viele Unterkünfte bieten inzwischen Wallboxen – so sparst du dir die Suche und startest mit vollem Akku.

    Fazit: Entspannt elektrisch in den Urlaub

    Reisen mit dem E-Auto erfordert ein wenig mehr Planung als mit einem Verbrenner, ist aber längst kein Abenteuer mehr. Mit den richtigen Apps zur Routenplanung, den passenden Ladekarten und einer effizienten Fahrweise kommst du entspannt ans Ziel.

    Sieh die Ladestopps nicht als lästige Unterbrechung, sondern als willkommene Pausen zum Beinevertreten, Kaffee trinken oder die lokalen Gegebenheiten erkunden. So wird der Weg zum Ziel Teil deines entspannten Urlaubserlebnisses.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie finde ich heraus, welche Ladeleistung mein Auto hat?

    Die maximale AC- und DC-Ladeleistung findest du im Handbuch deines Fahrzeugs oder auf der Webseite des Herstellers. Diese Werte sind entscheidend für die Wahl der richtigen Ladestation.

    Was mache ich, wenn eine Ladesäule nicht funktioniert?

    Die meisten Ladesäulen haben eine Service-Hotline-Nummer aufgedruckt. Rufe dort an, oft kann das Problem aus der Ferne behoben werden. Ansonsten fahre zur nächsten geplanten Alternativ-Ladestation.

    Ist das Laden im Ausland teurer?

    Das hängt vom Land und deinem Ladekarten-Anbieter (Roaming-Gebühren) ab. Informiere dich vorab über die Preise in deinem Reiseland. Manchmal kann es günstiger sein, eine lokale Ladekarte oder App zu nutzen.