Der Kauf einer Immobilie ist oft die größte finanzielle Investition im Leben und wird meist über einen langfristigen Kredit finanziert. Doch was passiert, wenn das Schicksal zuschlägt? Ein plötzlicher Todesfall, eine schwere Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes können schnell dazu führen, dass die Kreditraten nicht mehr bezahlt werden können – mit dramatischen Folgen für die Familie.
Eine gute Kreditabsicherung ist daher keine Nebensache, sondern ein essenzieller Bestandteil einer verantwortungsvollen Finanzplanung. Dieser Ratgeber erklärt dir die wichtigsten Versicherungen, die deine Familie im Ernstfall vor dem finanziellen Ruin schützen, wenn du einen Kredit absichern möchtest – von der Risikolebensversicherung bis zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Das Wichtigste in Kürze:
- Eine Risikolebensversicherung ist die wichtigste Absicherung für den Todesfall des Hauptverdieners/der Hauptverdienerin.
- Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor Einkommensverlust bei langer Krankheit oder Unfall.
- Eine Restschuldversicherung der Bank ist oft teuer; Alternativen prüfen!
- Die richtige Absicherung hängt von deiner individuellen Lebenssituation (Familie, Einkommen) ab.
1. Die wichtigste Absicherung: Die Risikolebensversicherung
Diese Versicherung ist unverzichtbar, wenn deine Familie finanziell von deinem Einkommen abhängig ist. Im Falle deines Todes zahlt die Versicherung eine vereinbarte Summe an deine Hinterbliebenen aus.
Funktionsweise: Du wählst eine Versicherungssumme (idealweise mindestens die Höhe der Restschuld des Kredits) und eine Laufzeit (mindestens die Laufzeit des Kredits). Verstirbst du während dieser Laufzeit, erhalten die Begünstigten die Summe und können damit den Kredit ganz oder teilweise zurückzahlen.
Vorteile:
- Gezielte Absicherung der Kreditsumme.
- Vergleichsweise günstige Prämien, besonders in jungen Jahren.
- Sichert den Verbleib der Familie im Eigenheim.
Tipp
Eine “fallende” Risikolebensversicherung, bei der die Versicherungssumme parallel zur sinkenden Restschuld abnimmt, ist oft günstiger als eine konstante Summe.
2. Schutz bei Krankheit & Unfall: Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
Das Risiko, durch Krankheit oder Unfall berufsunfähig zu werden, wird oft unterschätzt. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.
Warum ist das wichtig für den Kredit? Die BU-Rente hilft dir, deinen Lebensstandard zu halten und auch die Kreditraten weiterhin zu bezahlen, selbst wenn dein Einkommen wegfällt. Sie ist neben der Risikolebensversicherung die wichtigste biometrische Absicherung.
Worauf achten? Achte auf gute Vertragsbedingungen (z.B. Verzicht auf abstrakte Verweisung), eine ausreichende Rentenhöhe (mind. 70-80 % deines Nettoeinkommens) und eine lange Laufzeit (bis zum Rentenalter).
3. Die Alternative der Bank: Die Restschuldversicherung (Kreditausfallversicherung)
Viele Banken bieten direkt beim Kreditabschluss eine Restschuldversicherung an. Diese springt ein, wenn du die Raten aufgrund von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod nicht mehr zahlen kannst.
Vorteile:
- Bequem, da direkt mit dem Kredit abgeschlossen.
Nachteile:
- Oft sehr teuer: Die Kosten werden meist auf die Kreditsumme aufgeschlagen und mitverzinst, was die Gesamtkosten stark erhöht.
- Leistungsausschlüsse: Oft gibt es viele Klauseln, die eine Leistung im Ernstfall verhindern (z.B. bei Vorerkrankungen, Kündigung in der Probezeit).
- Weniger flexibel: Die Versicherung ist an den spezifischen Kredit gebunden.
Empfehlung: Prüfe genau, ob du diesen Schutz brauchst und vergleiche die Konditionen unbedingt mit einer eigenständigen Risikolebens- und/oder Berufsunfähigkeitsversicherung auf dem freien Markt. Diese sind oft günstiger und bieten besseren Schutz.
Tipp: Bestehende Versicherungen prüfen
Bevor du neue Versicherungen abschließt, überprüfe deinen bestehenden Versicherungsschutz. Hast du vielleicht schon eine Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung? Ist die Versicherungssumme bzw. Rentenhöhe noch ausreichend, um auch den neuen Kredit abzudecken? Eine Anpassung bestehender Verträge kann manchmal sinnvoller sein als ein Neuabschluss.
Fazit: Verantwortungsvoll finanzieren heißt auch absichern
Eine Immobilienfinanzierung ist eine langfristige Verpflichtung. Eine gute Kreditabsicherung gehört untrennbar dazu, um deine Familie und dich vor den finanziellen Folgen unvorhersehbarer Ereignisse zu schützen. Die Risikolebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung sind dabei die wichtigsten Bausteine.
Nimm dir Zeit für eine ehrliche Analyse deiner persönlichen Risiken und lass dich unabhängig beraten, um den passenden Schutz für deine individuelle Situation zu finden. So kannst du den Traum vom Eigenheim mit einem sicheren Gefühl genießen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich eine Kreditabsicherung abschließen?
Gesetzlich vorgeschrieben ist es meist nicht. Viele Banken machen eine Risikolebensversicherung jedoch zur Voraussetzung für die Vergabe eines hohen Immobilienkredits, um ihr eigenes Risiko zu minimieren.
Was ist der Unterschied zwischen einer Risikolebensversicherung und einer Kapitallebensversicherung?
Eine Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall während der vereinbarten Laufzeit. Sie dient rein der Absicherung und baut kein Kapital auf, daher ist sie relativ günstig. Eine Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvorgang, ist aber deutlich teurer und als reine Geldanlage oft nicht mehr zeitgemäß.
Wer sollte als Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter eingetragen sein?
Bei Paaren ist es oft sinnvoll, sich gegenseitig abzusichern (“über Kreuz”). Bei der Risikolebensversicherung sollte die Person als bezugsberechtigt eingetragen sein, die im Todesfall die finanzielle Unterstützung benötigt, um den Kredit weiter bedienen zu können (meist der/die Partner:in).
