Eine scharfe Rosenschere, die mühelos durch Zweige gleitet, ein Spaten, der leicht in die Erde dringt – gutes Gartenwerkzeug ist eine Freude und erleichtert die Arbeit ungemein. Doch auch die besten Werkzeuge werden stumpf, rosten oder klemmen, wenn sie nicht richtig gepflegt werden. Eine regelmäßige Wartung ist daher unerlässlich.
Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du dein wichtigstes Gartenwerkzeug – von der Schere bis zum Spaten – richtig reinigst, schärfst und lagerst. Mit ein paar einfachen Handgriffen sorgst du dafür, dass deine Werkzeuge nicht nur länger halten, sondern auch immer optimal funktionieren und die Gartenarbeit zum Vergnügen wird.
Das Wichtigste in Kürze:
- Regelmäßige Reinigung nach jedem Gebrauch verhindert Rost und Verklebungen.
- Scharfe Klingen bei Scheren und Messern sind entscheidend für saubere Pflanzenschnitte.
- Ölen schützt Metallteile vor Korrosion und hält bewegliche Teile gängig.
- Eine trockene und ordentliche Lagerung verlängert die Lebensdauer erheblich.
1. Die Grundreinigung: Nach jedem Einsatz Pflicht
Der wichtigste Schritt zur Langlebigkeit deiner Werkzeuge ist die Reinigung direkt nach der Benutzung. Das dauert nur wenige Minuten und verhindert die größten Probleme.
- Grobe Verschmutzungen entfernen: Befreie Spaten, Schaufel, Rechen und Hacken mit einer Bürste oder einem Wasserschlauch von Erdresten.
- Scheren und Messer säubern: Wische Pflanzensäfte und Harzreste mit einem Lappen oder einer Bürste von den Klingen. Hartnäckige Verklebungen lassen sich oft mit etwas Spiritus oder Reinigungsalkohol lösen.
- Gründlich trocknen: Trockne alle Metallteile sorgfältig mit einem Tuch ab, um Rostbildung vorzubeugen.
2. Schärfen: Für saubere Schnitte und müheloses Arbeiten
Stumpfe Werkzeuge quetschen Pflanzenfasern anstatt sie sauber zu durchtrennen. Das schädigt die Pflanzen und macht die Arbeit mühsam. Besonders Schneidwerkzeuge sollten regelmäßig geschärft werden.
Scheren (Garten-, Ast-, Heckenschere)
Reinige die Klingen gründlich. Verwende einen Wetzstein oder einen speziellen Scherenschärfer. Ziehe die Klinge mehrmals im richtigen Winkel (meist ca. 20-30 Grad, siehe Herstellerangabe) über den Stein, immer von der Schneide weg. Schärfe nur die angeschrägte Seite der Klinge, die Innenseite wird nur abgezogen (entgratet).
Messer (Gartenmesser, Hippe)
Ähnlich wie bei Scheren, hier werden aber meist beide Seiten der Klinge geschärft. Halte einen konstanten Winkel ein.
Spaten und Schaufeln
Auch die Kanten von Spaten und Schaufeln können mit einer groben Feile geschärft werden. Das erleichtert das Einstechen in festen Boden erheblich.
3. Ölen und Schmieren: Schutz vor Rost und Verschleiß
Nach der Reinigung und dem Trocknen (und eventuellem Schärfen) sollten alle Metallteile leicht eingeölt werden. Das schützt vor Rost und pflegt das Material.
- Klingen und Metallflächen: Trage einen dünnen Film Kriechöl, Waffenöl oder auch einfaches Pflanzenöl mit einem Lappen auf.
- Bewegliche Teile: Gelenke, Federn und Schrauben von Scheren profitieren von einem Tropfen Öl, um leichtgängig zu bleiben.
4. Holzgriffe pflegen: Gegen Risse und Splitter
Auch Holzstiele und -griffe brauchen Pflege, damit sie nicht austrocknen, rissig werden oder splittern.
- Reinigen: Groben Schmutz abbürsten.
- Glätten: Raue Stellen oder kleine Splitter mit feinem Schleifpapier glätten.
- Ölen/Wachsen: Reibe den Griff regelmäßig mit Leinölfirnis oder einem speziellen Holzpflegeöl ein. Das schützt vor Feuchtigkeit und hält das Holz geschmeidig.
Tipp
Pflege Gartengeräte mit einem Eimer Sand und etwas Öl: Mehrfach hineingesteckt werden Spaten & Co. gleichzeitig gereinigt, leicht geschliffen und geölt.
5. Die richtige Lagerung: Trocken und ordentlich
Wo und wie du deine Werkzeuge aufbewahrst, hat großen Einfluss auf ihre Lebensdauer.
- Trockenheit ist entscheidend: Lagere Werkzeuge niemals feucht oder im Freien. Ein trockener Keller, eine Garage oder ein Gartenhaus sind ideal.
- Aufhängen statt hinlegen: Hänge Spaten, Rechen und Co. an Wandhalterungen auf. Das schont die Schneiden und Borsten und schafft Ordnung.
- Scheren geschlossen lagern: Bewahre Scheren im geschlossenen Zustand auf, um die Klingen zu schützen und Verletzungen zu vermeiden.
Fazit: Pflege lohnt sich – für dich und dein Werkzeug
Die regelmäßige Pflege deines Gartenwerkzeugs ist keine lästige Pflicht, sondern eine Investition, die sich mehrfach auszahlt. Gut gewartete Werkzeuge halten länger, funktionieren besser, machen die Gartenarbeit leichter und sicherer und schonen deine Pflanzen durch saubere Schnitte.
Integriere die kurze Reinigung nach jedem Einsatz und eine gründlichere Wartung (Schärfen, Ölen) am Ende der Saison in deine Routine – deine Werkzeuge und dein Garten werden es dir danken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie oft muss ich meine Gartenschere schärfen?
Das hängt von der Nutzungshäufigkeit und dem geschnittenen Material ab. Als Faustregel gilt: Sobald du merkst, dass der Schnitt nicht mehr sauber ist oder du mehr Kraft aufwenden musst, ist es Zeit zum Schärfen. Für Hobbygärtner:innen reicht oft 1-2 Mal pro Saison.
Kann ich Rost von Werkzeugen entfernen?
Ja, leichten Flugrost kannst du oft mit Stahlwolle oder einer Drahtbürste entfernen. Bei stärkerem Rost helfen spezielle Rostlöser oder Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure (danach gut abspülen und trocknen!). Nach der Rostentfernung unbedingt einölen.
Muss ich meinen Rasenmäher auch pflegen?
Ja, unbedingt! Reinige das Mähdeck nach jedem Mähen. Lasse das Messer mindestens einmal pro Saison schärfen (stumpfe Messer reißen das Gras ab). Bei Benzinmähern sind zudem regelmäßige Ölwechsel und die Kontrolle der Zündkerze wichtig.
