Ein eigenes Auto bedeutet Freiheit und Flexibilität – aber es ist auch einer der größten Kostenfaktoren im privaten Budget. Viele beschränken sich bei der Kalkulation auf die offensichtlichen Ausgaben wie Sprit oder die Kreditrate. Doch die wahren Autokosten pro Monat sind oft deutlich höher und setzen sich aus vielen versteckten Posten zusammen.

    Ein Auto bedeutet Freiheit – aber auch laufende Kosten, die oft unterschätzt werden.

    Um böse Überraschungen zu vermeiden und eine realistische Budgetplanung zu ermöglichen, schlüsselt dieser Ratgeber alle relevanten Kosten eines Autos detailliert auf. Wir erklären die “Total Cost of Ownership” (TCO) und zeigen dir anhand von Beispielen, mit welchen monatlichen Ausgaben du für dein Fahrzeug – egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen, Verbrenner oder E-Auto – wirklich rechnen musst.

    Das Wichtigste in Kürze:

    • Die Gesamtkosten eines Autos (“Total Cost of Ownership”) umfassen weit mehr als nur Tanken und Rate.
    • Der Wertverlust ist oft der größte einzelne Kostenblock, besonders bei Neuwagen.
    • Fixkosten (Versicherung, Steuer, Parken) fallen unabhängig von der Nutzung an.
    • Eine realistische Kalkulation hilft bei der Kaufentscheidung und der laufenden Budgetplanung.

    1. Fixkosten: Das kostet dein Auto jeden Monat, auch wenn es steht

    Ein Auto kostet nicht nur beim Fahren – auch im Stillstand fallen Fixkosten an. Von Versicherung über Steuern bis hin zu Parkgebühren, diese Ausgaben begleiten dich jeden Monat:

    2. Der größte Brocken: Wertverlust

    Der Wertverlust ist der „unsichtbare“ Kostenfaktor, den viele unterschätzen. Sobald ein Neuwagen vom Hof des Händlers rollt, verliert er massiv an Wert – im ersten Jahr oft 20–25 % oder mehr. Auch Gebrauchtwagen verlieren weiterhin an Wert, wenn auch langsamer.

    Berechnung: Differenz zwischen Kaufpreis und erwartetem Verkaufspreis nach einer bestimmten Haltedauer, geteilt durch die Anzahl der Monate.

    Beispiel: Ein Auto kostet beim Kauf € 30.000. Nach 5 Jahren kannst du es noch für € 15.000 verkaufen. Das bedeutet ein Wertverlust von € 15.000 in 5 Jahren – also ca. € 250 pro Monat.

    Tipp

    Überlege dir, ob ein junger Gebrauchter nicht die bessere Wahl ist. Denn bei Autos, die bereits 2–3 Jahre alt sind, ist der stärkste Wertverlust schon vorbei – du sparst also bares Geld bei den monatlichen Kosten.

    3. Variable Kosten: Abhängig von der Nutzung

    Diese Kosten steigen, je mehr du fährst.

    • Treibstoff (Benzin/Diesel) oder Strom: Der größte variable Posten. Hängt vom Verbrauch des Autos, den gefahrenen Kilometern und den aktuellen Energiepreisen ab.
    • Service & Wartung: Regelmäßige Inspektionen laut Herstellervorgabe (Ölwechsel etc.), §57a-Überprüfung (“Pickerl”).
    • Reparaturen: Unvorhergesehene Reparaturen (Bremsen, Auspuff, Batterie etc.). Hierfür sollte man immer einen Puffer einplanen, besonders bei älteren Fahrzeugen.
    • Reifen: Kosten für neue Sommer- und Winterreifen alle paar Jahre, plus Kosten für Wechsel und eventuelle Einlagerung.
    • Pflege: Autowäsche, Innenreinigung, Scheibenwaschmittel etc.
    • Maut/Vignette: Für die Nutzung von Autobahnen.

    4. Beispielrechnung: Was kostet ein Kompaktwagen pro Monat?

    Die Kosten sind sehr individuell, aber hier ein grobes Beispiel für einen 3 Jahre alten Benziner-Kompaktwagen (z.B. VW Golf) mit 15.000 km Jahresfahrleistung:

    KostenartGeschätzte Kosten pro Monat
    Wertverlust€ 150 – € 250
    Versicherung (Haftpflicht & Kasko)€ 60 – € 100
    Motorbez. Versicherungssteuer€ 30 – € 50
    Parken (z.B. Parkpickerl Wien)€ 10
    Treibstoff (bei 7l/100km & € 1,60/l)€ 140
    Service, Reparaturen, Pickerl (Durchschnitt)€ 50 – € 80
    Reifen (Durchschnitt)€ 20 – € 30
    Pflege, Vignette etc. (Durchschnitt)€ 15 – € 25
    Gesamtkosten pro Monat (ca.)€ 475 – € 685

    Hinweis: Dies sind Schätzwerte, die stark variieren können. Kreditraten sind hier nicht berücksichtigt.

    Fazit: Ehrliche Kalkulation schützt vor Überraschungen

    Ein eigenes Auto ist bequem, aber die monatlichen Autokosten gehen weit über die Spritkosten hinaus. Nur wenn du alle Posten – insbesondere den Wertverlust und die Fixkosten – realistisch einkalkulierst, kannst du beurteilen, ob ein Auto in dein Budget passt oder ob alternative Mobilitätsformen wie Carsharing oder ein Auto-Abo für dich die bessere Wahl wären.

    Nutze diese Übersicht als Grundlage für deine persönliche Kalkulation. Eine ehrliche Auseinandersetzung mit den “Total Cost of Ownership” ist der Schlüssel zu einer fundierten Entscheidung rund um deine Mobilität.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Sind E-Autos wirklich günstiger im Unterhalt?

    Ja, in der Regel schon. Die Stromkosten pro Kilometer sind meist niedriger als die Spritkosten. Zudem entfallen die motorbezogene Versicherungssteuer und die NoVA, und die Servicekosten sind geringer. Ob sich der oft höhere Kaufpreis rechnet, hängt von der Fahrleistung und den Förderungen ab (siehe Artikel **[Interner Link: E-Auto vs. Verbrenner]**).

    Wie kann ich bei den Autokosten sparen?

    Die größten Hebel sind: Fahrgemeinschaften bilden, Kurzstrecken vermeiden (zu Fuß gehen, Rad fahren), vorausschauend fahren (spart Sprit/Strom), regelmäßig Reifendruck prüfen, Versicherungen vergleichen und unnötige Fahrten vermeiden.

    Lohnt sich ein Gebrauchtwagen eher als ein Neuwagen?

    Finanziell gesehen ist ein junger Gebrauchtwagen (2-4 Jahre alt) oft die vernünftigste Wahl. Der größte Wertverlust ist bereits passiert, aber das Auto ist technisch noch relativ modern und zuverlässig. Neuwagen bieten dafür die neueste Technik, volle Garantie und oft bessere Finanzierungs- oder Leasingkonditionen.