Wie entwickelt sich der Markt für Eigentumswohnungen in Wien? Zeigt sich nach den turbulenten letzten Jahren eine Beruhigung, oder geht die Preisspirale weiter? Wer aktuell überlegt, eine Wohnung in der Hauptstadt zu kaufen, braucht verlässliche Informationen.
Unsere aktuelle Datenanalyse für das erste Halbjahr 2025 liefert dir einen detaillierten Einblick. Wir zeigen dir, wie sich die Angebotspreise für Eigentumswohnungen in den einzelnen Wiener Bezirken entwickeln, wo die Nachfrage besonders stark steigt und was eine durchschnittliche Wohnung derzeit kostet. So erhältst du eine fundierte Grundlage für deine Entscheidung.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Angebotspreise in Wien sind im ersten Halbjahr 2025 insgesamt stabil (+1 %).
- Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist deutlich gestiegen (+23 %).
- Eine 70m² Wohnung kostet im Schnitt rund 463.000 Euro.
- Die Entwicklung variiert stark: Leichte Rückgänge in Toplagen, Zuwächse in mittleren Lagen.
1. Gesamtmarkt Wien: Stabile Preise, steigendes Interesse
Der Wiener Markt für Eigentumswohnungen präsentiert sich im ersten Halbjahr 2025 preislich stabil. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es nur einen moderaten Anstieg von durchschnittlich 1 Prozent. Der Medianpreis pro Quadratmeter erhöhte sich leicht von 6.541 Euro auf 6.615 Euro. Das bedeutet, eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung wird aktuell für rund 463.000 Euro angeboten.
Tipp
Steigende Suchanfragen können ein Hinweis darauf sein, dass sich der Markt bald wieder belebt – wer rechtzeitig handelt, sichert sich oft bessere Konditionen.
Gleichzeitig gewinnt der Markt an Dynamik: Die Nachfrage, gemessen an den Suchanfragen auf ImmoScout24, stieg im Jahresvergleich deutlich um 23 Prozent. „Der Wiener Wohnungsmarkt kommt langsam in Bewegung. Bei stabilen Preisen ist das Interesse am Eigentum nun bereits das zweite Jahr in Folge klar gestiegen. Verkäufer:innen und die Immobranche dürfen also auf einen Aufschwung hoffen“, erläutert Markus Dejmek, Österreich-Geschäftsführer von ImmoScout24.
2. Preisentwicklung in den Bezirken: Große Unterschiede
Die Preisentwicklung unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Bezirken. Während in mittleren Lagen leichte Zuwächse zu beobachten sind, kam es in etablierten Toplagen und besonders gefragten Innenstadtbezirken teilweise zu leichten Rückgängen gegenüber dem Vorjahr.
Die teuersten Lagen: Innere Stadt weiterhin Spitze
Angeführt wird das Preisranking weiterhin von der Inneren Stadt (1. Bezirk) mit 16.381 Euro pro Quadratmeter. Trotz eines Rückgangs um -7 Prozent bleibt der Bezirk unangefochten an der Spitze, die Nachfrage stieg hier um +38 Prozent. Auf Platz zwei liegt Wieden (4. Bezirk) mit 9.745 Euro (+2 % Preis, +31 % Nachfrage). Für 70m² muss man hier im Schnitt 682.200 Euro einplanen.

Dahinter folgen Alsergrund (9. Bezirk) mit 8.687 Euro (+15 % Preis), Döbling (19. Bezirk) mit 8.623 Euro (–2 % Preis) sowie Neubau (7. Bezirk) mit 8.187 Euro (–3 % Preis, +31 % Nachfrage).
Dynamik in aufstrebenden Lagen
Besonders dynamisch zeigt sich Mariahilf (6. Bezirk): Bei einem Preisplus von +6 Prozent auf 8.213 Euro stieg die Nachfrage hier am stärksten an (+57 %). Auch Margareten (5. Bezirk) sticht mit einem Preisanstieg von +15 Prozent auf 7.696 Euro hervor (+31 % Nachfrage).
Deutlich ist der Einfluss neuer Wohnprojekte auch im 20. Bezirk (Brigittenau) ablesbar
Alexander Bosak – Exploreal
Hier stiegen die Preise um +19 Prozent, die Nachfrage zog um bemerkenswerte +47 Prozent an. Ähnlich starke Preissteigerungen zeigen sich auch in Simmering (11. Bezirk) mit +24 Prozent und in Meidling (12. Bezirk) mit +8 Prozent.
3. Preistabelle: Wien im Bezirksvergleich (Medianpreise 1. HJ 2025 vs. 2024)
| Bezirk (Wien) | Preis pro m² 2025 (€) | Veränderung Preis (%) | Veränderung Nachfrage (%) | Preis für 70 m² Wohnung (€) |
|---|---|---|---|---|
| 1. Innere Stadt | 16.381 € | -7% | +38% | 1.146.701 € |
| 2. Leopoldstadt | 7.857 € | -5% | +31% | 549.994 € |
| 3. Landstraße | 7.500 € | -4% | +44% | 525.000 € |
| 4. Wieden | 9.745 € | +2% | +31% | 682.182 € |
| 5. Margareten | 7.696 € | +15% | +31% | 538.745 € |
| 6. Mariahilf | 8.213 € | +6% | +57% | 574.890 € |
| 7. Neubau | 8.187 € | -3% | +31% | 573.077 € |
| 8. Josefstadt | 7.233 € | -1% | -5% | 506.329 € |
| 9. Alsergrund | 8.687 € | +15% | -20% | 608.091 € |
| 10. Favoriten | 5.761 € | +5% | +13% | 403.262 € |
| 11. Simmering | 6.020 € | +24%* | +15% | 421.365 € |
| 12. Meidling | 6.007 € | +8% | +20% | 420.524 € |
| 13. Hietzing | 8.143 € | +5% | +1% | 570.023 € |
| 14. Penzing | 6.568 € | +7% | +31% | 459.729 € |
| 15. Rudolfsheim-F. | 5.369 € | +4% | +35% | 375.808 € |
| 16. Ottakring | 6.006 € | +9% | +38% | 420.386 € |
| 17. Hernals | 7.145 € | +9% | +3% | 500.182 € |
| 18. Währing | 7.890 € | +2% | +21% | 552.301 € |
| 19. Döbling | 8.623 € | -2% | +10% | 603.623 € |
| 20. Brigittenau | 5.953 € | +19%* | +47% | 416.737 € |
| 21. Floridsdorf | 6.281 € | +2% | +42% | 439.684 € |
| 22. Donaustadt | 6.304 € | -5% | +16% | 441.273 € |
| 23. Liesing | 6.185 € | 0% | +15% | 432.939 € |
| Gesamt | 6.615 € | +1% | +23% | 463.021 € |
*besonders viele Fertigstellungen von Neubauten
4. Nachfrage: Wo das Interesse am größten ist
Zwar dominieren die Innenbezirke preislich weiterhin den Markt, doch urbane Trendviertel und wachstumsstarke Außenbezirke gewinnen zunehmend an Attraktivität.
Den stärksten Nachfragezuwachs verzeichnete Mariahilf (6. Bezirk) mit plus 57 Prozent. Es folgen Brigittenau (20. Bezirk) mit +47 Prozent, Landstraße (3. Bezirk) mit +44 Prozent, Floridsdorf (21. Bezirk) mit +42 Prozent sowie Innere Stadt und Ottakring (16. Bezirk) mit jeweils +38 Prozent.

Auch in Rudolfsheim-Fünfhaus (15. Bezirk, +35 Prozent), Favoriten (10. Bezirk, +13 Prozent) und Simmering (11. Bezirk, +15 Prozent) zog die Nachfrage an. Lediglich in der Josefstadt (8. Bezirk) mit –5 Prozent und am Alsergrund mit –20 Prozent ging die Nachfrage zurück.
Tipp
Die Preise sind stabil, die Nachfrage steigt. Beobachte Angebote genau – aber handle schnell, wenn deine Traumwohnung auftaucht.
Fazit: Wiener Wohnungsmarkt zeigt sich robust mit Potenzial
Der Markt für Eigentumswohnungen in Wien zeigt sich im ersten Halbjahr 2025 widerstandsfähig. Die Preise bleiben auf hohem Niveau weitgehend stabil, während das Interesse der Käufer:innen deutlich zunimmt. Die Entwicklungen in den einzelnen Bezirken sind jedoch sehr unterschiedlich und hängen stark von Neubauprojekten und der allgemeinen Attraktivität der Lage ab.
Für Käufer:innen bedeutet dies: Eine genaue Analyse der gewünschten Lage und eine solide Finanzierungsplanung sind wichtiger denn je. Die steigende Nachfrage könnte in begehrten Lagen bald wieder zu steigenden Preisen führen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet “Medianpreis”?
Der Median ist der mittlere Wert einer Datenreihe. Das heißt, 50 % der angebotenen Wohnungen waren günstiger und 50 % waren teurer als der angegebene Medianpreis. Im Gegensatz zum Durchschnittswert wird der Median weniger durch extrem teure oder günstige Ausreißer beeinflusst und gilt daher oft als aussagekräftiger für den typischen Marktpreis.
Warum sinken die Preise in manchen Toplagen leicht?
Nach den starken Preissteigerungen der Vorjahre kann es in sehr teuren Bezirken zu einer leichten Marktkorrektur kommen. Käufer:innen sind preisbewusster geworden, und das extrem hohe Preisniveau stößt an seine Grenzen. Gleichzeitig steigt die Attraktivität von aufstrebenden, noch etwas günstigeren Lagen.
Wo finde ich in Wien noch “günstigere” Eigentumswohnungen?
Relativ günstigere Quadratmeterpreise (unter 6.000 Euro) finden sich laut unserer Analyse derzeit vor allem in den Bezirken Rudolfsheim-Fünfhaus, Favoriten, Brigittenau und Simmering. Auch hier ziehen die Preise und die Nachfrage aber teilweise bereits deutlich an.
*Über die Datenanalyse und Methodik
Die im Juli 2025 durchgeführte Analyse basiert auf 58.719 Datenpunkten aus den ersten sechs Monaten der Jahre 2024 und 2025 der auf ImmoScout24.at veröffentlichten Angebote. Dabei handelt es sich um alle auf der Plattform angebotenen Immobilien, die derzeit zum Kauf zur Verfügung stehen, d.h. sowohl Bestandsimmobilien als auch Neubauten. Als Berechnungsmethode für das statistische Mittel wurde der Median gewählt. Der Median hat im Gegensatz zum Mittelwert den Vorteil, dass er nicht durch wenige extrem billige oder wenige extrem teure Objekte verzerrt wird.
Über ImmoScout24
ImmoScout24 ist seit Jänner 2012 mit einem österreichischen Marktplatz online (ImmoScout24.at). Gemeinsam mit Immobilien.net, immodirekt.at und immosuchmaschine.at verzeichnet das Netzwerk jeden Monat rund 1,8 Millionen Nutzer:innen (Google Analytics Q1 2025). Die Nutzer:innen können dabei unter rund 100.000 Immobilienangeboten wählen. Auf den vier Portalen vermarkten derzeit mehr als 2.200 Immobilienbüros in Österreich ihre Objekte. Mit seinen digitalen Lösungen schafft der Online-Marktplatz Orientierung und bringt Eigentümer:innen, Makler:innen und Suchende erfolgreich zusammen. Für den Erfolg von ImmoScout24 sind rund 60 Mitarbeiter:innen in Wien verantwortlich. ImmoScout24 Österreich gehört zur deutschen Scout24-Gruppe. Weitere Informationen unter ImmoScout24.at.




