Du besitzt bereits ein Elektroauto oder denkst über die Anschaffung nach? Und vielleicht hast du auch schon über eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach nachgedacht? Beides für sich genommen sind sinnvolle Schritte in Richtung Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit. Doch erst in Kombination entfalten Photovoltaik und E-Auto ihr volles Potenzial – für deinen Geldbeutel und die Umwelt.
Dieser Ratgeber zeigt dir, warum die Verbindung von eigener Solarstromproduktion und Elektromobilität so attraktiv ist. Wir erklären, wie du dein E-Auto mit Solarstrom laden kannst, welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind, wie sogenanntes PV-Überschussladen funktioniert und wie du deine Unabhängigkeit von Strompreisen und Tankstellen maximierst.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Kombination von PV-Anlage und E-Auto senkt die Mobilitätskosten drastisch.
- Mit eigenem Solarstrom fährst du quasi zum Nulltarif und maximal umweltfreundlich.
- Eine intelligente Wallbox (mit PV-Überschussladen) ist entscheidend für die optimale Nutzung.
- Die Wirtschaftlichkeit hängt von der Größe der PV-Anlage und deinem Ladeverhalten ab.
1. Warum die Kombination so genial ist: Die Vorteile
Dein E-Auto mit selbst erzeugtem Solarstrom zu laden, bietet eine Reihe unschlagbarer Vorteile:
- Kostenersparnis: Der Strom vom eigenen Dach ist deutlich günstiger als Netzstrom oder Sprit. Die “Tankkosten” für dein E-Auto sinken gegen Null.
- Umweltfreundlichkeit: Du fährst zu 100 % mit erneuerbarer Energie und reduzierst deinen CO2-Fußabdruck massiv.
- Unabhängigkeit: Du machst dich unabhängiger von schwankenden Strom- und Spritpreisen sowie von der Verfügbarkeit öffentlicher Ladesäulen.
- Effiziente Nutzung der PV-Anlage: Das E-Auto ist ein großer Stromverbraucher und kann überschüssigen Solarstrom, der sonst günstig ins Netz eingespeist würde, sinnvoll selbst nutzen (Eigenverbrauchsoptimierung).
2. Die technische Voraussetzung: PV-Überschussladen
Damit dein Auto bevorzugt dann lädt, wenn die Sonne scheint und deine PV-Anlage gerade Stromüberschuss produziert, benötigst du eine intelligente Steuerung. Das Zauberwort heißt PV-Überschussladen.
Wie funktioniert’s?
Dafür braucht es in der Regel drei Komponenten, die miteinander kommunizieren:
- Die PV-Anlage mit einem intelligenten Wechselrichter oder Energiemanagementsystem, das misst, wie viel Strom gerade produziert und im Haus verbraucht wird.
- Eine smarte Wallbox, die ihre Ladeleistung flexibel anpassen kann.
- Eine Steuerungssoftware (oft im Energiemanager oder der Wallbox integriert), die dem Auto nur dann Ladefreigabe erteilt oder die Ladeleistung erhöht, wenn genügend überschüssiger Solarstrom vorhanden ist.
Du kannst meist per App einstellen, ob das Auto nur mit Überschuss laden soll (langsamer, aber maximal günstig) oder ob es bis zu einer bestimmten Zeit immer vollgeladen sein soll (dann wird bei Bedarf Netzstrom zugekauft).
3. Die richtige Dimensionierung: Anlage und Speicher
Damit das Zusammenspiel optimal funktioniert, müssen PV-Anlage und idealerweise auch ein Stromspeicher richtig dimensioniert sein.
Größe der PV-Anlage
Um sowohl den Haushaltsstrom als auch einen signifikanten Teil des Autostroms zu decken, sollte die PV-Anlage ausreichend groß sein. Eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus mit E-Auto hat heute oft zwischen 8 und 15 kWp (Kilowatt-Peak).
Die Rolle des Stromspeichers
Ein Stromspeicher ist zwar nicht zwingend notwendig, erhöht aber die Flexibilität und den Eigenverbrauch enorm. Er speichert den tagsüber erzeugten Solarstrom, sodass du dein Auto auch abends oder nachts mit Sonnenenergie laden kannst, wenn die Sonne nicht mehr scheint.
4. Ladeverhalten anpassen: Tagsüber laden lohnt sich
Auch ohne komplexe Steuerung kannst du deinen Eigenverbrauch erhöhen, indem du dein Ladeverhalten anpasst.
- Tagsüber laden: Wenn möglich, lade dein Auto während der Sonnenstunden (z.B. am Wochenende oder wenn du im Home-Office bist).
- Ladeleistung reduzieren: Viele Wallboxen und E-Autos erlauben es, die Ladeleistung manuell zu reduzieren (z.B. auf 6 Ampere). So kannst du auch bei weniger Sonnenschein länger mit geringer Leistung laden und mehr Eigenstrom nutzen, anstatt kurzzeitig viel Netzstrom zu ziehen.
Tipp
Bidirektionales Laden macht dein E-Auto zum Stromspeicher: Mit V2H oder V2G kann es Energie ins Haus- oder Stromnetz zurückgeben. Prüfe, ob Auto und Wallbox das schon unterstützen.
Fazit: Die Traumkombination für Hausbesitzer:innen
Die Verbindung von Photovoltaik und E-Auto ist eine der smartesten Investitionen, die du als Hausbesitzer:in tätigen kannst. Du produzierst deinen eigenen, sauberen “Treibstoff” direkt auf dem Dach und senkst deine Mobilitäts- und Stromkosten auf ein Minimum.
Mit einer intelligenten Wallbox und idealerweise einem Stromspeicher maximierst du deinen Eigenverbrauch und fährst nicht nur umweltfreundlich, sondern auch extrem wirtschaftlich. Es ist die perfekte Synergie für eine nachhaltige und unabhängige Energiezukunft im eigenen Zuhause.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Reicht der Strom vom Dach immer aus, um das E-Auto zu laden?
Nicht immer, besonders im Winter oder an sehr bewölkten Tagen. Eine intelligente Steuerung sorgt aber dafür, dass dein Auto trotzdem geladen wird, indem bei Bedarf automatisch Netzstrom zugekauft wird (z.B. um eine Mindestladung sicherzustellen oder wenn du eine Abfahrtszeit programmierst).
Kann ich jede Wallbox für PV-Überschussladen nutzen?
Nein, du benötigst eine “smarte” Wallbox, die über entsprechende Schnittstellen (z.B. Modbus, Ethernet) mit dem Energiemanagementsystem deiner PV-Anlage kommunizieren und ihre Ladeleistung dynamisch anpassen kann.
Gibt es spezielle Förderungen für die Kombination PV + Wallbox + E-Auto?
Ja, oft gibt es Kombi-Förderungen oder Boni, wenn du mehrere Komponenten der E-Mobilität gleichzeitig anschaffst. Informiere dich über die aktuellen Förderprogramme von Bund und Land.
