Fernseher, Computer, Kaffeemaschine, Spielekonsole – viele unserer Elektrogeräte schalten wir scheinbar aus, doch sie lauern im Hintergrund, bereit für den nächsten Einsatz. Das kleine rote Lämpchen leuchtet, die Uhrzeit wird angezeigt: der Standby-Modus. Bequem ist er ja, aber hast du dich schon einmal gefragt, wie viel dich dieser “Leerlauf” tatsächlich kostet?
Dieser Ratgeber deckt die versteckten Kosten des Standby-Verbrauchs auf. Wir erklären, warum Geräte im Standby Strom ziehen, welche die größten Sünder sind und wie du mit einfachen Maßnahmen diesen unnötigen Stromverbrauch vermeiden und bares Geld sparen kannst.
Das Wichtigste in Kürze:
- Viele Geräte verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand Strom (Standby).
- Dieser Leerlauf kann in einem durchschnittlichen Haushalt bis zu 100 Euro pro Jahr kosten.
- Besonders Unterhaltungselektronik, Computer und Netzteile sind oft “Phantomverbraucher”.
- Abschaltbare Steckdosenleisten sind die einfachste und effektivste Lösung, um Standby zu vermeiden.
1. Warum verbrauchen Geräte im Standby Strom?
Der Standby-Modus dient dazu, dass Geräte schnell wieder einsatzbereit sind oder auf Signale (z.B. von der Fernbedienung) reagieren können. Dafür müssen bestimmte Bauteile wie Empfänger, Netzteile oder Displays dauerhaft mit Strom versorgt werden.
Auch Geräte, die gar keinen sichtbaren Standby-Modus haben, können heimliche Stromfresser sein. Netzteile von Laptops, Druckern oder Lautsprechern ziehen oft auch dann Strom, wenn das Hauptgerät ausgeschaltet ist.
2. Die größten Standby-Sünder in deinem Haushalt
Nicht jedes Gerät ist im Standby gleich “durstig”. Die größten Verbraucher sind oft:
- Fernseher & Set-Top-Boxen/Receiver: Besonders ältere Modelle können im Standby mehrere Watt verbrauchen.
- Computer & Peripherie: PCs, Monitore, Drucker und Router ziehen oft unbemerkt Strom.
- Spielekonsolen: Sind häufig auf “Schnellstart” eingestellt und verbrauchen im Hintergrund viel Energie für Updates.
- Audio-Anlagen & smarte Lautsprecher: Sind permanent empfangsbereit.
- Kaffeevollautomaten: Halten oft interne Heizungen auf Temperatur.
- Netzteile & Ladegeräte: Auch wenn kein Gerät angeschlossen ist, können sie Strom verbrauchen.
Die gute Nachricht: Neuere Geräte sind dank EU-Vorgaben im Standby-Verbrauch deutlich sparsamer geworden (oft unter 0,5 Watt). Doch die Summe macht’s – viele kleine Verbraucher ergeben zusammen einen relevanten Kostenblock.
3. So viel kostet dich der Leerlauf: Eine Beispielrechnung
Nehmen wir an, du hast verschiedene Geräte mit einem durchschnittlichen Standby-Verbrauch von insgesamt 15 Watt, die 24 Stunden am Tag laufen.
- Verbrauch pro Tag: 15 Watt * 24 Stunden = 360 Wattstunden (Wh)
- Verbrauch pro Jahr: 360 Wh * 365 Tage = 131.400 Wh = 131,4 Kilowattstunden (kWh)
- Kosten pro Jahr (bei 30 Cent/kWh): 131,4 kWh * 0,30 €/kWh = **ca. 39 Euro**
In vielen Haushalten ist der tatsächliche Standby-Verbrauch durch ältere Geräte oder eine Vielzahl von Gadgets noch deutlich höher und kann leicht über 100 Euro pro Jahr erreichen!
4. Einfache Lösungen: So drehst du dem Standby den Saft ab
Den unnötigen Stromverbrauch zu stoppen ist einfacher, als du denkst.
Abschaltbare Steckdosenleisten
Die effektivste Methode: Schließe Gerätegruppen (z.B. TV, Receiver, Konsole oder Computer, Monitor, Drucker) an eine Steckdosenleiste mit Kippschalter an. Mit einem einzigen Klick trennst du alle Geräte komplett vom Stromnetz, wenn du sie nicht brauchst (z.B. über Nacht oder wenn du das Haus verlässt).
Stecker ziehen
Bei Geräten, die du nur selten nutzt (z.B. Ladegeräte, Drucker), ziehe einfach den Stecker, wenn sie nicht in Gebrauch sind.
Smarte Steckdosen nutzen
Intelligente Steckdosen (Smart Plugs) ermöglichen dir, Geräte per App oder Zeitplan komplett auszuschalten und messen oft zusätzlich den Verbrauch. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber über **[Interner Link: Smart Home & Energiesparen]**.
Geräteeinstellungen prüfen
Viele moderne Geräte bieten Energiesparoptionen oder einen “Eco-Modus”. Deaktiviere Schnellstart-Funktionen bei Konsolen oder Fernsehern, wenn du sie nicht unbedingt benötigst.
Tipp
Finde Standby-Stromfresser mit einem Messgerät: Zwischen Steckdose und Gerät stecken, Verbrauch prüfen – oft ein überraschender Aha-Effekt.
Fazit: Kleiner Aufwand, spürbare Ersparnis
Den Standby-Verbrauch zu vermeiden ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden, um im Alltag Strom zu sparen. Mit abschaltbaren Steckdosenleisten und dem bewussten Ziehen von Steckern bei selten genutzten Geräten kannst du ohne Komfortverlust deine Stromrechnung spürbar senken. Jeder eingesparte Euro ist ein Gewinn – für deinen Geldbeutel und für die Umwelt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Schadet das ständige Aus- und Einschalten den Geräten?
Nein, modernen Elektrogeräten schadet das komplette Trennen vom Stromnetz in der Regel nicht. Die Bauteile sind dafür ausgelegt.
Muss ich meinen WLAN-Router nachts ausschalten?
Das Ausschalten des Routers spart zwar Strom, bedeutet aber auch, dass alle verbundenen Geräte (Smart Home, Telefone) offline sind. Viele Router haben jedoch eine Funktion, das WLAN nachts automatisch per Zeitplan zu deaktivieren, während die Internetverbindung bestehen bleibt – ein guter Kompromiss.
Verbrauchen eingesteckte Ladegeräte Strom, auch wenn kein Handy lädt?
Ja, viele Netzteile und Ladegeräte haben einen geringen Eigenverbrauch, auch wenn kein Gerät angeschlossen ist. Es ist daher sinnvoll, sie auszustecken, wenn sie nicht benötigt werden.
