Der Kaufpreis ist bezahlt, der Kreditvertrag unterschrieben – endlich im eigenen Zuhause! Doch mit dem Einzug sind die Ausgaben leider nicht vorbei. Neben der monatlichen Kreditrate fallen für Eigentümer:innen eine ganze Reihe laufender Kosten an, die oft unterschätzt werden. Diese Betriebskosten und Instandhaltungsausgaben können das monatliche Budget erheblich belasten.

    Damit du nicht von unerwarteten Rechnungen überrascht wirst, gibt dir dieser Ratgeber einen detaillierten Überblick über alle wesentlichen laufenden Kosten eines Eigenheims in Österreich. Wir erklären, welche Posten regelmäßig anfallen und wie du diese realistisch in deine Budgetplanung integrierst.

    Das Wichtigste in Kürze:

    • Neben der Kreditrate fallen monatlich Betriebskosten (Gemeindeabgaben, Energie etc.) an.
    • Als Eigentümer:in musst du eine Instandhaltungsrücklage für zukünftige Reparaturen bilden.
    • Die Höhe der laufenden Kosten hängt stark von Größe, Alter und Zustand der Immobilie ab.
    • Eine realistische Kalkulation dieser Kosten ist entscheidend für die langfristige Leistbarkeit.

    1. Die Betriebskosten: Vergleichbar mit der Miete

    Viele dieser Kosten kennst du bereits aus deiner Mietwohnung, nur dass du sie jetzt direkt als Eigentümer:in bezahlst. Die monatlichen Betriebskosten umfassen typischerweise:

    • Gemeindeabgaben: Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Kanal- und Wassergebühren.
    • Energiekosten: Strom, Heizkosten (Gas, Öl, Fernwärme etc.), Kosten für Warmwasseraufbereitung.
    • Versicherungen: Prämien für die Eigenheim- und/oder Haushaltsversicherung.
    • Sonstige Kosten: Rauchfangkehrer, eventuell Kosten für Hausverwaltung (bei Wohnungseigentum), Wartungsverträge (z.B. für die Heizung).

    Die Höhe dieser Kosten variiert stark je nach Gemeinde, Größe der Immobilie und deinem persönlichen Energieverbrauch. Als groben Richtwert kannst du mit ca. € 3,- bis € 4,- pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat rechnen.

    2. Die Instandhaltungsrücklage: Sparen für die Zukunft

    Dies ist der größte Unterschied zum Mieten und der am häufigsten unterschätzte Kostenblock. Als Eigentümer:in bist du für alle Reparaturen und Modernisierungen selbst verantwortlich – vom tropfenden Wasserhahn bis zum neuen Dach.

    Um bei größeren, unerwarteten Ausgaben nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, ist es unerlässlich, monatlich Geld für die Instandhaltung zurückzulegen.

    Wie viel sollte ich zurücklegen?

    Experten empfehlen, mindestens € 1,- pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat anzusparen. Bei älteren Gebäuden (älter als 20 Jahre) sollte die Rücklage eher höher sein (ca. € 1,50 – € 2,- pro m²), da hier tendenziell mehr Reparaturen anfallen.

    Beispiel: Für ein 120 m² großes Haus solltest du also mindestens € 120,- pro Monat für zukünftige Reparaturen auf ein separates Sparkonto legen.

    Diese Rücklage dient als Puffer für typische Instandhaltungsarbeiten wie:

    • Erneuerung der Heizungsanlage (alle 15-25 Jahre)
    • Neue Fenster (alle 20-30 Jahre)
    • Dachsanierung (alle 30-50 Jahre)
    • Fassadenanstrich (alle 10-20 Jahre)
    • Kleinere Reparaturen (defekte Geräte, Leitungen etc.)

    3. Zusätzliche Kosten je nach Immobilientyp

    Je nachdem, ob du ein Haus oder eine Wohnung besitzt, können weitere Kosten anfallen:

    Beim Haus:

    • Gartenpflege: Kosten für Pflanzen, Dünger, Gartengeräte oder eventuell eine:n Gärtner:in.
    • Schneeräumung: Pflicht zur Räumung von Gehwegen im Winter.

    Bei der Wohnung (Wohnungseigentum):

    • Beiträge zur Reparaturrücklage der Eigentümergemeinschaft: Zusätzlich zu deiner persönlichen Rücklage zahlst du monatlich in einen gemeinsamen Topf für Reparaturen am Gemeinschaftseigentum (Dach, Fassade, Stiegenhaus etc.).
    • Kosten für die Hausverwaltung: Gebühren für die Verwaltung des Gebäudes.

    Tipp

    Energieausweis und Gutachten zeigen dir Folgekosten – von Heizkosten bis Reparaturen. Unbedingt ins Budget einplanen!

    Fazit: Realistisch planen für langfristige Freude

    Das Eigenheim bringt neben viel Freude auch finanzielle Verantwortung mit sich. Die laufenden Kosten sind ein fester Bestandteil des Lebens als Eigentümer:in. Indem du nicht nur die monatlichen Betriebskosten, sondern vor allem auch eine ausreichende Instandhaltungsrücklage von Anfang an realistisch einplanst, schützt du dich vor bösen Überraschungen.

    Eine solide Budgetplanung, die alle diese Posten berücksichtigt, ist der Schlüssel, um dein Zuhause langfristig sorgenfrei genießen zu können.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Sind die Betriebskosten beim Haus höher als bei der Wohnung?

    Nicht unbedingt. Zwar fallen beim Haus Kosten für Garten und Schneeräumung an, dafür sind die Beiträge zur gemeinschaftlichen Reparaturrücklage und die Hausverwaltungskosten bei Wohnungen oft höher. Die Energiekosten hängen stark vom energetischen Zustand des Gebäudes ab.

    Kann ich die Instandhaltungsrücklage steuerlich absetzen?

    Nein, das reine Ansparen der Rücklage ist nicht steuerlich absetzbar. Kosten für tatsächlich durchgeführte Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen können unter bestimmten Voraussetzungen jedoch teilweise steuerlich geltend gemacht werden (z.B. als außergewöhnliche Belastung oder bei vermieteten Objekten).

    Wie erfahre ich die Höhe der zukünftigen Betriebskosten vor dem Kauf?

    Frage den Verkäufer oder die Verkäuferin bzw. die Hausverwaltung nach den Betriebskostenabrechnungen der letzten Jahre. Diese geben dir einen guten Richtwert für die zukünftigen monatlichen Ausgaben.