Die Wahl des richtigen Bettes ist daher eine der wichtigsten Einrichtungsentscheidungen überhaupt. Doch angesichts der Vielfalt an Bettgestellen, Matratzen und Lattenrosten fällt die Auswahl schwer.
Dieser Ratgeber hilft dir, das perfekte Schlafsystem für deine Bedürfnisse zu finden. Wir erklären die Unterschiede zwischen verschiedenen Betttypen, worauf du bei der Wahl von Matratze und Lattenrost achten musst und wie du dein Schlafzimmer in eine Oase der Ruhe verwandelst, um erholsamen Schlaf zu fördern.
Das Wichtigste in Kürze:
- Das Bett besteht aus drei Komponenten: Bettgestell, Lattenrost und Matratze müssen aufeinander abgestimmt sein.
- Die Matratze ist das wichtigste Element. Wähle Härtegrad und Material passend zu deinem Körpergewicht und deiner Schlafposition.
- Der Lattenrost unterstützt die Matratze und sorgt für Belüftung. Verstellbare Modelle bieten zusätzlichen Komfort.
- Probeliegen im Fachgeschäft ist unerlässlich, um das richtige Liegegefühl zu finden.
1. Das Bettgestell: Mehr als nur Optik
Das Bettgestell gibt dem Schlafsystem seinen Rahmen und bestimmt maßgeblich den Stil des Schlafzimmers. Doch es hat auch funktionale Aspekte.
Gängige Typen:
Worauf achten? Stabilität, hochwertige Verarbeitung und eine ausreichende Belüftung der Matratze von unten sind wichtig. Bei Betten mit Bettkasten sollte dieser gut belüftet sein, um Schimmelbildung zu vermeiden.
2. Der Lattenrost: Die unsichtbare Stütze
Der Lattenrost trägt die Matratze und sorgt dafür, dass sie ihre stützenden Eigenschaften optimal entfalten kann. Er ermöglicht zudem die wichtige Luftzirkulation unter der Matratze.

Wichtige Merkmale:
- Federleisten: Flexible Leisten (meist aus Buchen- oder Birkenholz) passen sich dem Körperdruck an. Je mehr Leisten (mindestens 28 bei 2 m Länge), desto besser die Anpassung.
- Mittelzonenverstärkung: Im Beckenbereich, wo der Körper am schwersten ist, kann die Festigkeit oft durch Schieberegler individuell angepasst werden.
- Verstellbarkeit (optional): Modelle mit verstellbarem Kopf- und Fußteil bieten zusätzlichen Komfort beim Lesen oder bei gesundheitlichen Beschwerden.
Tipp
Lattenrost und Matratze müssen zusammenpassen! Ein guter Lattenrost kann die Lebensdauer deiner Matratze verlängern.
3. Die Matratze: Das Herzstück des Bettes
Die Wahl der richtigen Matratze ist die individuellste und wichtigste Entscheidung für guten Schlaf.

Der richtige Härtegrad
Der Härtegrad (oft H1 bis H5) gibt an, wie fest die Matratze ist. Er sollte primär nach deinem Körpergewicht gewählt werden, aber auch persönliche Vorlieben spielen eine Rolle.
- H1 (sehr weich): Bis ca. 60 kg
- H2 (weich/mittel): Ca. 60-80 kg
- H3 (mittel/fest): Ca. 80-100/110 kg
- H4 (fest): Ca. 110-130 kg
- H5 (sehr fest): Über 130 kg
Wichtig: Die Wirbelsäule sollte in Seitenlage eine möglichst gerade Linie bilden. Lass dich im Fachgeschäft beraten!
Gängige Matratzentypen
- Federkernmatratzen (Bonellfederkern, Taschenfederkern): Bieten gute Punktelastizität (besonders Taschenfederkern) und sehr gute Belüftung. Eher festes Liegegefühl.
- Kaltschaummatratzen: Passen sich gut an den Körper an, bieten gute Wärmeisolation. Liegegefühl von weich bis fest möglich. Benötigen einen Lattenrost mit engen Leistenabständen.
- Latexmatratzen: Sehr punktelastisch, passen sich exzellent an. Gutes Schlafklima. Relativ schwer und oft teurer.
- Viscoschaummatratzen (“Memory Foam”): Reagieren auf Körperwärme und -druck, passen sich perfekt an. Sehr druckentlastend, aber weniger gute Belüftung und trägeres Liegegefühl.
Tipp
Probeliegen ist Pflicht: Teste im Fachgeschäft jede Matratze 10–15 Minuten in deiner Schlafposition – nur so findest du den passenden Härtegrad und Komfort.
Fazit: Investiere in deinen Schlaf
Das richtige Bett ist eine Investition in deine Gesundheit und Lebensqualität. Nimm dir Zeit für die Auswahl und lass dich gut beraten. Achte auf das harmonische Zusammenspiel von Bettgestell, Lattenrost und vor allem der Matratze, die perfekt zu deinen individuellen Bedürfnissen passen sollte. Mit dem richtigen Schlafsystem schaffst du die beste Voraussetzung für erholsame Nächte und energiegeladene Tage.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie oft sollte man eine Matratze wechseln?
Aus hygienischen und orthopädischen Gründen wird empfohlen, eine Matratze alle 8 bis 10 Jahre auszutauschen. Ein guter Lattenrost kann länger halten (ca. 15-20 Jahre).
Welche Matratze ist am besten bei Rückenschmerzen?
Es gibt nicht die eine “beste” Matratze. Wichtig ist, dass die Wirbelsäule in jeder Schlafposition optimal gestützt wird und gerade liegt. Oft werden punktelastische Matratzen (Taschenfederkern, Kaltschaum, Latex) mit Zonenunterstützung empfohlen. Eine individuelle Beratung ist hier besonders wichtig.
Brauche ich einen Topper?
Ein Topper ist eine zusätzliche Komfortauflage, die auf die Matratze gelegt wird. Er kann das Liegegefühl weicher machen und die Matratze schonen. Bei Boxspringbetten ist er oft Teil des Systems. Bei anderen Bettsystemen ist er optional und eine Frage der persönlichen Vorliebe.



