Die Entscheidung für ein neues Auto ist heute komplexer denn je. Neben klassischen Benzin- oder Dieselfahrzeugen drängen immer mehr Elektroautos auf den Markt. Doch was rechnet sich unterm Strich wirklich? Sind E-Autos trotz höherer Anschaffungskosten langfristig günstiger als Verbrenner?

    Elektro oder Verbrenner? Ein genauer Kostenvergleich zeigt, welches Auto langfristig günstiger ist.

    Dieser detaillierte Ratgeber stellt die wichtigsten Kostenfaktoren gegenüber. Wir vergleichen die Anschaffungspreise, berücksichtigen staatliche Förderungen, analysieren die laufenden Kosten für Strom bzw. Sprit, Versicherung sowie Service und werfen einen Blick auf den Wiederverkaufswert. So erhältst du eine fundierte Grundlage für den Kostenvergleich und kannst die richtige Entscheidung für deine Mobilität in Österreich treffen.

    Das Wichtigste in Kürze:

    • E-Autos sind in der Anschaffung oft teurer, profitieren aber von Förderungen und Steuererleichterungen.
    • Die laufenden Kosten (Strom vs. Sprit, Service, Versicherung) sind bei E-Autos in der Regel deutlich niedriger.
    • Die Gesamtkostenrechnung (“Total Cost of Ownership”) über mehrere Jahre ist entscheidend für einen fairen Vergleich.
    • Deine persönliche Fahrleistung und die Möglichkeit, zu Hause zu laden, beeinflussen die Rentabilität stark.

    1. Die Anschaffungskosten: Der erste große Unterschied

    Auf den ersten Blick sind Elektroautos oft teurer als vergleichbare Modelle mit Benzin- oder Dieselmotor. Die aufwendige Batterietechnologie hat ihren Preis.

    Allerdings relativiert sich dieser Unterschied schnell, wenn man die staatlichen Förderungen berücksichtigt. In Österreich gibt es attraktive Zuschüsse für den Kauf von E-Autos (E-Mobilitätsbonus) und auch für die Installation einer privaten Ladestation (Wallbox). Diese Förderungen können den Preisunterschied erheblich reduzieren oder sogar ausgleichen.

    Verbrenner punkten hier oft mit einem niedrigeren Listenpreis und einer größeren Auswahl an günstigen Einstiegsmodellen.

    2. Die laufenden Kosten: Hier punktet das E-Auto

    Im täglichen Betrieb zeigen E-Autos ihre Stärken. Die “Tankkosten” und der Wartungsaufwand sind in der Regel deutlich geringer.

    E-Autos punkten im Alltag mit niedrigen Betriebskosten – Stromladen ist meist deutlich günstiger als Tanken.

    Energie: Strom vs. Sprit

    Die Kosten pro gefahrenem Kilometer sind bei Strom fast immer niedriger als bei Benzin oder Diesel. Besonders günstig wird es, wenn du dein E-Auto zu Hause an der eigenen Wallbox laden kannst, idealerweise über Nacht zu günstigeren Stromtarifen oder sogar mit Strom von der eigenen Photovoltaik-Anlage.

    Verbrenner sind hier klar im Nachteil, da die Spritpreise stark schwanken und tendenziell höher sind.

    Service und Wartung

    Elektroautos haben deutlich weniger Verschleißteile als Verbrenner. Es gibt keinen Auspuff, keine Kupplung, kein kompliziertes Getriebe und keinen Ölwechsel. Die Servicekosten sind daher in der Regel um 30-40 % niedriger.

    Verbrenner benötigen regelmäßige Ölwechsel, Zündkerzenwechsel und haben potenziell teurere Reparaturen an Motor und Abgassystem.

    Versicherung und Steuern

    Elektroautos profitieren in Österreich von erheblichen steuerlichen Vorteilen: Sie sind von der Normverbrauchsabgabe (NoVA) und der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Das spart jährlich mehrere hundert Euro. Auch bei der Versicherungsprämie gibt es oft spezielle, günstigere Tarife für E-Autos.

    Verbrenner unterliegen sowohl der NoVA beim Kauf als auch der laufenden motorbezogenen Versicherungssteuer, die je nach Leistung und CO2-Ausstoß beträchtlich sein kann.

    3. Der Wiederverkaufswert: Ein Blick in die Zukunft

    Lange Zeit galten E-Autos als weniger wertstabil. Das hat sich jedoch geändert. Aufgrund der steigenden Nachfrage und der technologischen Fortschritte erzielen gebrauchte Elektroautos mittlerweile oft stabile bis gute Wiederverkaufswerte, vergleichbar mit denen von Verbrennern.

    Die zukünftige Entwicklung ist schwer vorherzusagen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos weiter steigen wird, während Verbrenner durch strengere Umweltauflagen und mögliche Fahrverbote an Attraktivität verlieren könnten.

    Tipp

    Vergleiche Fahrzeuge über die Gesamtkosten (TCO): Kaufpreis minus Förderungen plus laufende Kosten abzüglich Wiederverkaufswert – so siehst du, was wirklich günstiger ist.

    Fazit: E-Auto oft langfristig die günstigere Wahl

    Auch wenn der Anschaffungspreis für ein Elektroauto oft höher ist, können die niedrigeren laufenden Kosten und die staatlichen Förderungen diesen Nachteil über die Jahre mehr als ausgleichen. Besonders wer viel fährt und die Möglichkeit hat, günstig zu Hause zu laden, fährt mit einem E-Auto in Österreich oft schon nach wenigen Jahren günstiger als mit einem vergleichbaren Verbrenner.

    Die Entscheidung hängt jedoch immer von deinen individuellen Bedürfnissen und deinem Fahrprofil ab. Eine sorgfältige Kalkulation der Gesamtkosten ist daher unerlässlich.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wie hoch sind die Stromkosten für das Laden zu Hause?

    Das hängt von deinem Stromtarif und dem Verbrauch des E-Autos ab. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 15-20 kWh pro 100 km und einem Strompreis von z.B. 25 Cent/kWh liegen die Kosten bei etwa € 3,75 bis € 5,00 pro 100 km. Mit einem Nachtstromtarif oder eigener PV-Anlage wird es noch günstiger.

    Wie lange hält ein E-Auto-Akku?

    Moderne Akkus sind auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Die meisten Hersteller geben Garantien von 8 Jahren oder 160.000 km auf den Akku, wobei eine Restkapazität von mindestens 70 % garantiert wird. Viele Akkus halten aber deutlich länger.

    Ist die Reichweite von E-Autos alltagstauglich?

    Ja, für die allermeisten täglichen Fahrten (Pendeln, Einkaufen) reichen die Reichweiten aktueller E-Autos (oft 300-500 km) problemlos aus. Für Langstrecken erfordert es etwas mehr Planung, aber das Netz an Schnellladestationen wird kontinuierlich ausgebaut.